TOP-Wette: auch hier - geschenkt wird nichts

Ab Februar 2002 erweiterte ODDSET sein Angebot um eine neue Variante. Die bisherige Kombi-Wette hat mit der neuen TOP-Wette die vorher festliegenden festen Quoten gemeinsam. Der Unterschied besteht in der Anzahl der Kreuze die man setzen muss. Bei der Kombi-Wette müssen es mindestens drei Kreuze (Spielvorhersagen) oder mehr sein, bei der TOP-Wette darf es nur 1 Kreuz sein.

Wir haben es hier also mit einer Einzelwette zu tun. Die Hauptbegründung für die Einführung dieser Wettart besteht darin, dass nun beliebige Sportarten und -ereignisse leichter erfasst werden können.

Zur Beurteilung der Chancen der TOP-Wette gehen wir von einer theoretischen sog. "fairen Wette" aus, bei der die Gemeinschaft der Wettteilnehmer und der Veranstalter weder etwas gewinnen noch verlieren. Wäre bei so einer Wette die Chance für das Eintreten eines Wettereignisses 50%, so müsste die Quote 2 betragen, man bekäme also den zweifachen Betrag seines Einsatzes als Gewinn. Bei einer Wahrscheinlichkeit von nur 25% lautet die Quote 4, bei 10% ist die Quote 10 usw.

Addiert man die Wahrscheinlichkeiten aller möglichen Wettereignisse, so muss natürlich 100% herauskommen. Der Knackpunkt ist nun die richtige Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten für die verschiedenen Ergebnisse durch den Veranstalter. Genauer gesagt bedeutet richtige Einschätzung hier, das Verhalten der Wettteilnehmer vorauszusehen. Würde beispielsweise vorrausgesagt, dass 80% des Wetteinsatzes auf ein bestimmtes Ergebnis fallen, so wäre hier die faire Quote (100/80=) 1,25.

Die Ermittlung der Wahrscheinlichkeiten ist nicht so schwierig wie es vielleicht den Anschein hat. Für den Veranstalter geht es ja nicht darum, das Ergebnis korrekt voraus zu sagen, sondern eben nur Wahrscheinlichkeiten hierfür in Form von Quoten anzugeben und wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht oder nur schwer möglich ist, so wird die Wette erst gar nicht aufgenommen.

Die Wahrscheinlichkeiten werden selten genau getroffen. Diese Schwankungen gleichen sich über längere Zeitabschnitte aber wieder aus. Einen Konkurs muss der Veranstalter jedenfalls nicht fürchten, denn die Quotengestaltung geht davon aus, dass nur 60% der Wetteinnahmen*) als Gewinn wieder zurückfließen (siehe Statistik). Es handelt sich somit nicht um eine "faire Wette", die es übrigens nirgends gibt.

Etwas kritisch kann es werden, wenn nach Bekanntgabe der Quoten Ereignisse eintreten (z.B. Ausfall von Mannschaftsmitgliedern), die die Ergebniswahrscheinlichkeiten durcheinander würfeln. Für solche Fälle behält ODDSET sich das Recht vor, die Quoten für neu abgeschlossene Wetten zu verändern. Die bis dahin abgeschlossenen Wetten behalten aber die alten Quoten.

Die Erhöhung der (theoretischen) Gewinnausschüttung von den sonst üblichen 50% auf 60% ist positiv zu werten. Die Spanne zwischen den Quoten ist bei der TOP-Wette pro Einzeltipp sehr groß. Umso deutlicher wird hier das Prinzip: kleines Risiko kleiner Gewinn, großes Risiko großer Gewinn.

10/02

*) inzwischen gibt es bei ODDSET vereinzelt sog. Top-Ereignisse, die eine Ausschüttung von 80% bieten.