Oddset: Es läuft anders als man denkt !
Sehr viele Oddset-Teilnehmer bevorzugen
Wetten, bei denen der Sieg einer bestimmten Seite sehr wahrscheinlich
ist. Eine zwangsläufig niedrige Gewinnquote wird dabei in Kauf
genommen. Dieses Verhalten ist nicht unbedingt richtig, wie wir
gleich sehen werden. Auf lange Sicht befinden
sich die entsprechenden Spieler auf der Verliererseite.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass sog. Favoriten meistens
zu niedrig quotiert sind. Die Buchmacher wissen genau, dass die
Wettteilnehmer sich hierauf stürzen, weit über das Maß
hinaus welches statistisch gerechtfertigt wäre.
Die Hauptursache für das langfristige Verlieren liegt allerdings
in der relativ geringen Ausschüttung
von Oddset. In diversen Beiträgen ist auf diesem Portal dazu
einiges nachzulesen. Um so wichtiger ist es, die negative
Gewinnerwartung nicht durch eine falsche Strategie noch zu
verschlechtern.
Fangen wir einmal an zu rechen. Als Wetteinsatz nehmen wir stets
10 €. Damit das Prinzip transparenter
wird, betrachten wir nur Einzelwetten.
Als Gewinnausschüttung des Veranstalters nehmen wir
80% an. Dieses ist die günstigste Vorraussetzung, die
man bei sog. TOP-Spielen von Oddset vorfindet.
Übrigens sind Kombiwetten stets nachteiliger als Einzelwetten
siehe Kombiwette: sieht gut aus, ist aber schlecht.
Wenn nun die Chancen für die drei Spielausgänge
1-0-2 zwischen Fußballmannschaft A und B mit 70%
- 20% - 10% eingeschätzt werden, so ergeben sich daraus
die Quoten 1,14 / 4,0 / 8,0. *)
Irrtümlicherweise halten die meisten Spieler den Sieg für
Mannschaft A dann für einen sicheren
Tipp und setzen die 10 € auf den
Sieg für A. Dabei wird aber übersehen,
dass nur eine Wahrscheinlichkeit von 70%
für den Sieg von A vorliegt. Im statistischen
Mittel werden somit nur 7 von 10 Wetten
gewonnen.
Bei 10 Wetten dieser Art werden 10x10=100 €
gesetzt. Gewonnen werden 7 Spiele mit
einer Quote von 1,14. Das gibt eine (gerundete)
Auszahlung von 7x10x1,14=80 €. Abzüglich
des Einsatzes von 100 € verbleibt
ein Verlust von 20 € (entsprechend
der 80% Auszahlung).
Diese Wettstrategie,
nur auf die Mannschaft mit den größeren Chancen zu setzen,
kann man bedenkenlos umkehren und nur auf die Mannschaft mit den
geringeren Chancen
setzten. Für obiges Beispiel hätten wir dann nur
1 gewonnenes Spiel bei 10
Spielen aber mit einer Quote von 8,0.
Es ändert sich erwartungsgemäß nichts an der Endbilanz:
1x10x8=80,00 € Auszahlung, 100
€ gesetzt, 20 € verloren.
Die Einschätzung der Chancen und
damit der Quoten stammt vom Buchmacher Oddset. Dem Buchmacher geht
es aber primär nicht um die Chancenaufteilung für den
Spielausgang, sondern um die Chancen, wie sich die zugehörigen
Wetteinsätze verteilen werden. In den meisten Fällen wird
es dazwischen keinen oder nur einen geringen Unterschied geben.
Abweichungen kommen aber immer wieder vor. Beispielsweise
könnten beim oben erwähnten Spiel nicht die Ergebnischancen
70% - 20% - 10% gelten, sondern
beispielsweise die unerkannten "wahren"
Chancen 50% - 20% - 30%.
In diesem Fall, den man aber erst einmal aufspüren muss, passiert
nun etwas, was sicher schwer in die Köpfe hineingeht. Man gewinnt
hierbei auf lange Sicht nur, wenn man
auf die Mannschaft B mit der geringeren
Gewinnchance setzt, die aber statt 30% mit 10% Chance falsch bewertet
wurde. Bei 10 Spielen
dieser Art wird dann im Schnitt nicht 1x
gewonnen sondern 3x, aber mit der
vorhandenen Quote: 3x10x8=240 €.
Zieht man hiervon den Einsatz von 100 €
ab, so bleibt ein satter Gewinn von 140 €
bei 10 Spielen.
Es muss aber nicht zwangsläufig die Mannschaft mit den geringeren
Gewinnchancen sein. Es kommt auf den Unterschied zwischen der vorhandenen
Bewertung und der innewohnenden "wirklichen" Chance an.
Wären nämlich umgekehrt die vorgegebenen Chancen
50%-20%-30% (mit Quoten 1,6 / 4,0 / 2,66) und die "wahren"
unerkannten Chancen 70%-20%-10%, so ist
in diesem Fall auf die 70% (bzw. 50%)
zu setzten (was einem sicher leichter fällt). Wir erhalten
dann bei 10 Wetten einen Nettogewinn von
12 € (7 Gewinne mit Quote 1,6). Beim
Satz auf die andere Mannschaft B (1 Gewinn
mit Quote 2,66) kommt ein saftiger Verlust
von 73,4 € heraus. Dieses Beispiel
zeigt auch sehr schön, dass mit Favoriten nur bescheidene Gewinne
zu realisieren sind.
Solche gewinnträchtigen Situationen beim Wetten werden in
der englischen Fachsprache als "value
bets" bezeichnet. Die ganze Angelegenheit basiert auf
einem Quotenirrtum, d.h. auf
einer Differenz zwischen der Chancenverteilung wie sie durch die
Quoten vorgegeben ist im Gegensatz zu
der "wirklichen" von der Allgemeinheit
unerkannten Chancenverteilung.
Dauerhaft gewinnen kann man somit nur, wenn man in der Lage ist,
Quotenirrtümer aufzuspüren. Anders ausgedrückt: man
gewinnt langfristig nur, wenn die eigene Einschätzung der Chancen
bei speziell ausgewählten Wetten besser ist als die der Allgemeinheit
der Wettteilnehmer, deren Verhalten letztlich die Quoten bestimmen.
Man darf nie den Zufallscharakter
der Wetten aus den Augen verlieren. Wenn man es ablehnt, an Hellseherei
zu glauben, dann gibt es prinzipiell auf lange Sicht keinen Unterschied
z.B. zwischen der Vorhersage bei einem Münzwurf von 50% Wahrscheinlichkeit
(wo man eine Trefferquote von 50% erreicht) und einer Wette auf
Sieg mit 80% Wahrscheinlichkeit (bei der man eine Trefferquote von
80% erreicht). Natürlich ist im letzteren Fall die Anzahl der richtigen
Vorhersagen größer. Leider nutzt das nichts, weil die Quoten entsprechend
gering sind und mit der Ausschüttung unter 100%
erleidet man zwangsläufig Verluste.
Nun gibt es einen großen Unterschied zwischen einem Münzenwurf
und einer beliebigen Wette. Die Wahrscheinlichkeit
beim Münzenwurf ist physikalischer Natur,
bei Wetten hingegen resultiert die Wahrscheinlichkeit bzw. die Quoten
aus dem allgemeinen Urteil der Wettteilnehmer
und hierbei kann es Irrtümer geben.
Das wirft natürlich die Frage auf, wie
erkennt man Quotenirrtümer? Leider gibt es hierfür
kein Rezept. Je mehr Informationen vorliegen desto besser sind die
Vorraussetzung. Auf keinen Fall dürfen emotionale Vorlieben
oder Abneigungen eine Rolle spielen. Da alles mit Wahrscheinlichkeiten
verknüpft ist, lässt sich nur in der Rückschau
ein Urteil abgeben. Wenn längerfristig der eigene Gewinn die
Ausschüttungsquote übersteigt, dann ist man auf dem richtigen
Weg.
Die profitable Wirkung von Quotenirrtümern
wurde kürzlich durch Schiedsrichterbestechung
bewiesen. Denn genau das passiert, wenn die tatsächlichen Chancen
künstlich verschoben werden. Ein bestochener Schiedsrichter
der gegen eine Mannschaft pfeift, kann selbstverständlich auch
nicht deren Niederlage herbeiführen, wenn diese Mannschaft
überragend spielt, denn sonst würde er seine Tarnung verlieren.
Entscheidend ist aber, dass er die "Wahrscheinlichkeit"
umbiegt und somit zwangsweise die Vorraussetzung für einen
Quotenirrtum schafft, den eingeweihte Personen nutzen können.
Zusammenfassend kann man sagen, es kommt nicht auf
die absolute Gewinnchance an, sondern
auf die Abweichung von der quotenvorgegebenen
Gewinnchance zu der "wirklichen"
Chance. Man muss sie nur erkennen! Ist man sich aber sicher, so
darf man nicht zögern, auch auf eine scheinbar unterlegene
Mannschaft zu setzen. Natürlich werden dabei auch Wetten verloren,
möglicherweise sogar mehr als die Hälfte. Aber die Gewinne
mit den dann sehr guten Quoten überkompensieren die Verluste.
Ist kein Quotenirrtum klar zu erkennen,
was bei den meisten Wettangeboten leider der Fall sein wird, so
kann das Urteil nur lauten "No bet".
Dieses Verfahren ist das einzige, das
theoretisch und praktisch dauerhaften Gewinn
ermöglicht. Die Statistik hat man hunderprozentig auf seiner
Seite, trotz der zwangläufig vorkommenden Fehltipps. Es ist
deshalb unumgänglich, die Spielausgänge nachträglich
zu analysieren und nüchtern zu erkennen, ob der Spielverlauf
den vermuteten Quotenirrtum rechtfertigte, auch wenn die Wette negativ
ausgegangen ist.
Am besten ist es, dieses Verfahren in Trockenübungen
zu proben, also fiktiv ohne Geldeinsatz zu wetten. Kommen einem
Zweifel an der eigenen Prognosefähigkeit, dann muss man eben
das Wetten wie eine Lotterie betrachten. Im statistischen Mittel
"gewinnt" man dann prozentual etwa den Prozentsatz, der
durch die verschiedenen Ausschüttungen
vorgegeben ist, d.h. man verliert 20% - 50% des Wetteinsatzes.
*) Zur Quotenberechnung siehe Chancen
und Quoten bei der ODDSET TOP-Wette
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