Was hat ein Papagei mit Lottozahlen zu tun?

Das Ankreuzen der 6 Lottozahlen pro Spielkasten wird von vielen Lottospielern erst nach zeitraubendem, heftigem Grübeln vollzogen. Schließlich entscheiden die Kreuze darüber, ob man demnächst ein Millionär ist.

Es ist doch ganz einfach, man braucht nur die richtigen Zahlen anzukreuzen und ist dann alle finanziellen Sorgen los. Nur welche sind die richtigen Zahlen?

Hier eilen nun Lotto-System-Tüftler zu Hilfe. Diese haben die bisher gezogenen Lottozahlen genau durchleuchtet und kommen zu ausgeklügelten Lottozahlen-Empfehlungen bezüglich der Teilbarkeit, Endziffer, Zehnerziffer, Spaltenzugehörigkeit, Zeilenzugehörigkeit, Diagonale usw. usw.

Mit den Resultaten werden dann "Filter" konstruiert mit denen Kombinationen von Lottozahlen entweder ausgeschieden oder gewählt werden. Leider ist das alles für den Papierkorb.

Es spielt überhaupt keine Rolle auf welche Weise die Lottozahlen ausgewählt werden. Man kann das nach oben erwähnten Methoden machen, man kann die Zahlen nach irgendeinem fortlaufenden Schema ankreuzen oder durch einen Zufallsgenerator erzeugen. Ja - und damit sind wir bei der Titelzeile - man kann sogar einen Papagei dressieren, der aus einem Kasten Zettel herauspickt auf denen Lottozahlen stehen. Alle diese Bemühungen haben hinsichtlich der Gewinnchancen denselben Effekt - nämlich gar keinen.

Für die Chance ist lediglich entscheidend wie viele und nicht welche Zahlenkombinationen ausgewählt werden. Natürlich: je mehr Lottoscheine abgegeben werden, desto höher die Gewinnchancen. Nur das Verhältnis von der Anzahl der Lottokästen zur Gesamtzahl der Kombinationen (=13.983.816) gibt Auskunft über die Gewinnchance.

Auch wenn es schwer fällt, man muß sich von dem Gedanken befreien, dass es irgendeine Rückkopplung von den zukünftigen Lottozahlen zu den bisher gezogenen Zahlenkombinationen gibt. Vermutlich fällt das deshalb schwer, weil sich durch das "Gesetz der großen Zahlen" (siehe hier) die relative Häufigkeit der Lottozahlen (=1/49) sehr genau vorhersagen läßt. Das mag zu der falschen Vermutung verleiten, dass auch die zu erwartende Zahlenkombination der nächsten Ziehung in irgendeiner verborgenen Weise vorhersagbar ist. Das trifft aber nicht zu.

Das einzig verbindene zwischen allen vergangenen und zukünftigen Lottoziehungen ist nur die Wahrscheinlichkeit mit der die Lottozahlen gezogen werden. Sie ist im ideal-theoretischen Fall exakt 1:49 (für die Ziehung der ersten Zahl). Diese Wahrscheinlichkeit ist eine Eigenschaft des Ziehungssystems, sie ist sozusagen von vornherein darin enthalten und entsteht nicht erst im Laufe der Zeit nach etlichen Ziehungen der Lottozahlen. Die relative Häufigkeit ist deshalb vorhersagbar.

Bei jeder Mischung konkurrieren alle beteiligten Lotto-Zahlenkugeln mit derselben Chance um die Ziehung und jede Mischung ist ein Neuanfang. Es ist ein dummer Aberglaube, dass vergangene Ziehungsereignisse in vorhersagbarer Form die aktuelle Ziehung beeinflussen können.

Gibt es eine winzige Abweichung von der angenommenen theoretischen Ziehungs-Wahrscheinlichkeit, so wirkt sich das natürlich auf die relative Häufigkeit aus und es läßt sich in bescheidenem Ausmaß eine "Vorhersage" machen. Genau das wurde hier auf vorhergehenden Seiten (hier, hier) vorgenommen.

Ansonsten bleibt nur wieder die Feststellung: Für die großen Gewinne braucht man keinen Verstand sondern nur Glück. Programme die in verschiedenen "Geschmacksvarianten" beim Ausfüllen der Lottozettel helfen, können Zeit sparen. Einen Einfluß auf die Gewinnchancen haben sie nicht.

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