Langfristiges Verhalten der Lottozahlen
Bei dieser Untersuchung werden alle Ziehungen der Samstags-Lottozahlen
von 1961 bis 2000
betrachtet. Das sind 40 Jahre mit insgesamt
2088 Ausspielungen. Da die Zusatzzahl
unter den gleichen Bedingungen wie die sechs Gewinnzahlen gezogen
wird, wurde sie ebenfalls einbezogen. Insgesamt wurden somit 2088
x 7 = 14616 Lotto-Zahlen gezogen. Da eine gezogene Zahlenkugel die
Zahlen von 1 bis 49 tragen kann, ergibt sich ein Erwartungswert
von 14616 / 49 = 298 am Ende der Zeitperiode.
Die 49 Möglichkeiten bestehen aber nur
beim ersten Ziehungsvorgang einer Ausspielung.
Da die Kugel nicht wieder zurückgelegt wird (eine Lottozahl darf
ja nicht doppelt vorkommen), bestehen beim zweiten Ziehungsvorgang
nur noch 48 Möglichkeiten, beim dritten
nur 47 usw. Bei der nächsten Ausspielung
geht es wieder von vorne los. Für unsere Zwecke können wir das unberücksichtigt
lassen. Der Erwartungswert ändert sich dadurch nicht.
In der obigen Abb.1 ist die absolute
Häufigkeit als Balkendiagramm dargestellt. Man beachte, dass
die Y-Achse nicht bei "Null" beginnt. Die daraus resultierende
Spreizung der Y-Achse lässt die Unterschiede dramatischer aussehen
als sie in Wirklichkeit sind. Das gilt übrigens auch für
die noch folgenden Diagramme.
Vier Lottozahlen sind besonders markiert.
Sie haben besondere Eigenschaften und werden deshalb genauer untersucht.
Die "32" wurde am häufigsten
gezogen und die "13" am wenigsten.
Die "18" ist ein Beispiel für
eine Lottozahl die am Ende den Erwartungswert von 298 genau
erfüllt. Natürlich ist damit nicht gesagt, wie oft diese
Eigenschaft während der gesamten Spielstrecke eintritt. In
einer gesonderten Untersuchung (hier nicht dargestellt) wurde ermittelt,
dass die "45" den Erwartungswert
am häufigsten (100x) kreuzt. In den
betrachteten 40 Jahren sollte sie deshalb zumindest zeitweise sehr
eng um den Mittelwert pendeln.
Die Häufigkeit der Lottozahlen nach einer bestimmten Zeitperiode
(Abb.1) ist nur eine Momentaufnahme,
die nichts darüber aussagt, wie diese Häufigkeiten sich
entwickelt haben. Aufschluss hierüber erhalten wir durch die
Abb.2, bei der die absolute
Häufigkeit der zuvor markierten Lottozahlen in ihrem zeitlichen
Verlauf dargestellt ist. Es wäre jedoch sinnlos in diesem Diagramm
alle 49 Lottozahlen aufzunehmen, man würde nichts mehr erkennen.
Der besseren Übersicht zuliebe wird das Diagramm der Abb.2
etwas abgewandelt, indem der linear wachsende Mittelwert als Nulllinie
aufgefasst wird und die positive oder negative Abweichung hiervon
eingetragen wird (Abb.3).
In der Abb.3 fällt sofort auf, dass
die "32" ihre Favoritenrolle
frühzeitig übernommen hat und ständig ausbaut. Mit
umgekehrtem Vorzeichen gilt ähnliches für die "13"
als Nachzügler (Restant). Die "18",
die am Ende genau auf der Nulllinie liegt, entfernt sich in den
40 Jahren des Betrachtungszeitraumes nie sehr weit vom Mittelwert.
Die "45" schneidet am häufigsten
die Nulllinie, d.h. sie liegt lange Zeit sehr nahe am Mittelwert.
Das tut sie aber nur bis ca. 1988, danach entscheidet sie sich dazu,
die Nulllinie zu verlassen und im negativen Terrain zu wachsen.
Bisher haben wir absolute Werte betrachtet.
Im nächsten Diagramm (Abb.4) gehen
wir auf eine relative Darstellungsweise
über, d.h. die Häufigkeit wird im Verhältnis zur
Anzahl der Ziehungen betrachtet. Nach dem Gesetz
der großen Zahlen soll sich die relative Häufigkeit
der Wahrscheinlichkeit (=1/49) immer mehr nähern, je länger
die Spielstrecke ist. In Abb. 4 können
wir das gut kontrollieren.
Die relative Häufigkeit der Lottozahlen
schwankt nach dem Start des Betrachtungszeitraumes sehr stark, beruhigt
sich dann und begibt sich erwartungsgemäß in die Nähe
der zugrunde liegenden Wahrscheinlichkeit von 1/49. Zumindest gilt
das für die "18", die "45"
und für die meisten anderen Lottozahlen, (hier nicht zu sehen.)
Die "13" als Mauerblümchen
und die "32" als Favorit halten
sich bemerkenswerterweise nicht daran. Die "13"
liefert ein Bild, dass eine von 1/49 abweichende Wahrscheinlichkeit
von nur 1/57 für die Vergangenheit
ergibt, die "32" konvergiert
gegen eine Wahrscheinlichkeit von ca. 1/42.
Die Konstanz der relativen Häufigkeit
nach längerer Zeit darf nicht darüber hinwegtäuschen,
dass lokale Häufigkeiten Schwankungen
unterliegen können, die scheinbar im Widerspruch zu dem Langfristverhalten
liegen. Um das zu untersuchen, werden die relativen
Häufigkeiten von zwei kürzeren vierjährigen Perioden
von 1961-1964 (Abb.5) und von 1981-1984
(Abb.6) dargestellt.
Die Abb.5 zeigt die relative
Häufigkeit der ersten vier Jahre der Betrachtungsperiode. Ganz
am Anfang schlagen die Kurven heftig aus. Die Werte liegen hier
zwischen 0 und maximal 1 / 7 = 0,14. Wenn die betreffende Lottozahl
gezogen wird, springt die Kurve nach oben, danach sinkt sie entsprechend
dem Fortschritt der Ausspielungen (Hrel = Habs/n) allmählich
ab, daher die Sägezahnform der Kurventeile.
Alle Kurven haben mehr oder weniger die Tendenz, sich der Wahrscheinlichkeit
von 1/49 anzunähern. Insbesondere
gilt das sogar für die "13"
von der wir ja wissen, dass sie später unterrepräsentiert
ist. Die "32" dagegen wird ihrer
Favoritenrolle schon sehr früh gerecht.
Im nächsten Diagramm (Abb.6) gehen
wir 20 Jahre weiter und tun so, als ob
hier die Ziehungen neu starten.
Die Darstellung der relativen Häufigkeit
in Abb.6 beginnt 1981, d.h. in der Hälfte
des 40-jährigen Betrachtungszeitraumes von Abb.4.
Nach den unvermeidbaren anfänglich starken Schwankungen auch
hier eine Andeutung zur Konvergenz an die Wahrscheinlichkeit 1/49.
Bemerkenswert ist hier die "32",
die zwar auch wieder im positiven Bereich endet, im ersten Jahr
(1981) jedoch unterdurchschnittlich vertreten ist. Dies ist ein
Beispiel dafür, dass auch Favoriten zeitliche Phasen haben,
in denen sie lokal betrachtet "zurückbleiben".
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