Eine sichere Gewinnmethode im Lotto !?

Der Anspruch, die zufälligen Lottozahlen vorherzusagen ist gleichbedeutend mit dem Anspruch, die Zukunft vorherzusagen. Wenn aber zufällige und zukünftige Ereignisse vorhersagbar wären, so würde unsere Welt nicht mehr so funktionieren wie sie funktioniert. Es käme zu unauflösbaren Widersprüchen.

Trotzdem gibt es Personen, die unverdrossen behaupten, sie hätten ein sicheres Lottozahlen-Vorhersagesystem; schlimmer noch, es gibt Personen die das auch noch glauben und Geld dafür ausgeben. Tiefgründige Erörterungen sparen wir uns hier und fragen einfach: Warum kassieren diese Leute die Millionen nicht selbst?

Beim Lotto hat also der Zufall uneingeschränkt die Hand im Spiel. Ist das wirklich so? Und was ist Zufall überhaupt. Es ist z.B. eine bekannte Tatsache, dass Menschen nicht in der Lage sind, reine Zufallsergebnisse zu erzeugen. Es schleicht sich mehr oder weniger eine verborgene Struktur ein, die prinzipiell eine Vorhersage mit überdurchschnittlichem Ergebnis ermöglichen würde.

Man ist sich auch einig, dass ein total perfekter mechanischer Zufallsgenerator (z.B. Lottozahlen-Ziehgerät) ebenso unmöglich ist. Allerdings ist die Abweichung von der Perfektion zu winzig, um sie aufzuspüren. Dafür ist die Anzahl der Ziehungen immer noch zu gering und außerdem muss man davon ausgehen, das die mechanischen Parameter des Ziehungsgerätes langfristig nicht konstant sind. Und schließlich: selbst wenn man einen winzigen Prognosevorteil herausfindet, der Nachteil der nur 50% Gewinnauszahlung lässt sich so nie ausbügeln.

Aber eines wird schon klar. Will man Lottozahlen sicher "vorhersagen", so muss man physikalisch an die Sache herangehen und den Ziehungsvorgang und das Ziehungsgerät genau untersuchen.

In einer großen rotierenden Kugel werden die 49 Zahlenkugeln gemischt. Durch eine rückläufige Drehung der großen Kugel werden einige Zahlenkugeln über eine Rinne herausgefischt. Die vorderste dieser Kugeln wird zur Anzeige gebracht und gilt als gezogen.

Zu Beginn der Ziehung werden die 49 Kugeln (angeblich handelt es sich um ordinäre Tischtennisbälle) auf einer schiefen Ebene freigegeben. Die zuerst herunterfallenden Kugeln nehmen natürlich auch die unteren Plätze in der großen Ziehungskugel ein. Hier schon einen Ansatzpunkt zu suchen ist wohl illusorisch, wenn man den weiteren Mischvorgang beobachtet.

Ebenso phantastisch ist die Annahme, dass Kugeln deren Zahlen viel schwarze Farbe für die Ziffern verbrauchen weiter unten liegen. Demnach würde z.B. die Kugel mit der Zahl "38" schwerer sein als die Kugel mit der "1" und deshalb beim Mischen einen tieferen Platz einnehmen. Aber der Gedanke weist schon in die richtige Richtung. Außerdem sind die Reibungsbeiwerte der nackten Kugeloberfläche und die Stellen mit der Farbe für die Zahlen sicher unterschiedlich.

Würden einige Zahlenkugeln deutlich schwerer bzw. leichter sein als der Rest oder besser "flutschen", so ergäbe sich eine erhebliche Abweichung von der sonst üblichen gleichen Ziehungswahrscheinlichkeit, denn weitgehend unabhängig vom Mischungsvorgang würden sich einige bestimmte Kugeln im unteren Teil der Kugelmulde sammeln.

Die Frage, ob nun die schwereren oder die leichteren Kugeln eine höhere Ziehungswahrscheinlich hätten, lassen wir hier unbeantwortet, denn der Leser wird schon bemerkt haben, dass der Vorschlag nicht ernst gemeint ist, weil er außerhalb der Legalität ist. Bei den Ziehungen wird gelegentlich darauf hingewiesen, dass sich der "Aufsichtsbeamte" vom ordnungsgemäßen Zustand des Ziehungsgerätes überzeugt hat.

Und wer glaubt schon daran, dass man an einem deutschen Beamten vorbei kommt.

8/03