Wie mache ich meine Erben glücklich?
Mit einem Lotto-Großgewinn (oder
was davon noch übrig ist) kann das sicher gelingen. Allerdings
ist die Wahrscheinlichkeit hierfür nicht sehr hoch, wie man
dem Statistikbetrag "Einmal
im Leben einen Lotto-Hauptgewinn!" entnehmen kann. Bei
einem sehr intensiven lebenslangen Lottospiel
mit 60 Kästen pro Woche beträgt
die Wahrscheinlichkeit nur etwas über 1%. Wird nur ein Tippschein
(12 Kästen) pro Woche getippt, so sinkt die Wahrscheinlichkeit
auf 0,22%.
In dem erwähnten Statistikbeitrag geht es vorrangig um Wahrscheinlichkeiten.
Von den beteiligten Geldbeträgen wurde nicht gesprochen, was
hier nachgeholt werden soll.
In 50 Jahren werden insgesamt 13000 Lottoscheine
mit jeweils 12 Tippkästen abgegeben. Setzen wir heutige Preise
vorraus (0,75 Euro pro Tippkasten und 0,25 Euro Bearbeitungsgebühr
pro Schein) so fließen 117 Tsd.
Euro Einsatz und 3250 Euro Gebühr.
Bei einem 6er könnte man statistisch 466
Tsd. Euro erwarten, so dass unter dem Strich 346
Tsd. Euro für die Erben übrig blieben. Dieses Glück
ereilt aber, wie schon erwähnt, nur einem winzigen Prozentsatz
der Wettteilnehmer in einem 50-jährigen
Betrachtungszeitraum. Dieser Prozentsatz sackt in den Promillebereich,
wenn wir den 6er mit Superzahl betrachten würden. Je nach Jackpotsituation
wäre der Überschuß im wenig wahrscheinlichen Gewinnfall
dann aber gewaltig.
Natürlich werden in den 50 Jahren auch etliche Gewinne der
unteren Klassen erzielt. Wenn man bedenkt, das beim Lotto 50% der
Wetteinnahmen als Gewinn aussgeschüttet werden und das hiervon
wieder 77% auf die unteren
Gewinnklassen 4-8 entfallen, so wird von den 117 Tsd. Einsatz
ca. 45 Tsd. Euro als Gewinn zurückfließen.
Ist ein 5er mit Zusatzzahl mit dabei, kann es auch das doppelte
sein. - Für die Erben bleibt
in der Bilanz aber nichts übrig.
In unserem Beispiel sind pro Woche 45 Euro Einsatz und 3 Euro Bearbeitungsgebühr,
also 48 Euro fällig. Wie steht nun
jemand da, der diesen wöchentlichen Betrag eisern 50 Jahre
lang spart und zinsbringend
anlegt? Wegen der sehr langfristigen Geldanlage sind
4% Zinsen realistisch und wir gehen von einer jährlichen
Zinsgutschrift aus. Durch Einzahlungen und Zinseszins ergeben sich
nach 50 Jahren 380 Tsd. Euro und das mit
100% Wahrscheinlichkeit, also mit Sicherheit.
- Da werden sich die Erben aber freuen.
Auch wenn es wenig realistisch ist, so wollen wir wie im Statistikbeitrag
die Situation betrachten, bei der alle Zahlenkombinationen getippt
werden. Inklusive Gebühren werden dafür 10,78
Mio. gebraucht. Das Tippgeld von 4500
Jahren muß hierfür angesammelt werden (zinslos gerechnet).
Ohne Superzahl erhält man 45%
davon als Gewinn zurück, denn 10% (von der 50%-Ausschüttung)
sind für den 1. Gewinnrang mit 6er + SZ reserviert bzw. wandert
in den Jackpot. Insgesamt jedenfalls ein Verlustgeschäft.
Weil es so schön ist : Wie sähe die Summe nach 4500 Jahren
beim Sparen mit Zinsen aus? Dagobert Duck
wäre dagegen eine arme Kirchenmaus. Das Vermögen wäre
auf 27000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
Euro gewachsen, kurz geschrieben 2,7 ^ 81 (2,7 "hoch"
81).
Stellen Sie sich vor, jedes Sandkorn
auf der Erde entspricht einem Euro. Man denke nur an die endlosen
Meeresstrände oder an die Wüste Sahara. Selbst diese gewaltige
Zahl würde nur einem mikroskopisch kleinen Anteil des Gesamtvermögens
entsprechen.
Wie kann man so etwas berechnen? Das braucht
man gar nicht, wenn man weiß, daß die Gesamtzahl aller
Atome in dem von uns überschaubarem Universum ebenfalls in
der Größenordnung von 10^80
liegt. Der Vergleich mit den Sandkörnern ist somit sogar eine
bizarre Untertreibung. Es ist schon erstaunlich was ein lumpiger
Aufzinsungsfaktor von 1,04 bringt, wenn man ihm nur genug Zeit läßt.
Fazit der ganzen Geschichte: Wem
das Glück der eigenen Erben wichtiger ist als das eigene Lotterievergnügen,
der sollte sparen und nicht spielen.
10/04
|