Gibt es ein Drittelgesetz?
Beobachtet man über einen längeren Zeitraum die jeweils
letzten sieben Lottoziehungen, was sehr
leicht unterhalb des Lottogenerators "Berechnungsmethoden
..." vollzogen werden kann, so stellt man bei oberflächlicher
Betrachtung fest, dass etwa ein Drittel
der möglichen Lottozahlen überhaupt
nicht gekommen ist, ein Drittel nur einmal
und das letzte Drittel zeigt Zahlen, die zweimal
oder öfter vorgekommen sind. Das gilt sowohl für
die Mittwochsziehung als auch für die Samstagsziehung.
Der Betrachtungszeitraum umfasst, wie schon gesagt, die letzten
sieben Ziehungen vom Mi oder Sa. Die Ziehung der Zusatzzahl
wird mit einbezogen. Da uns nur die Zahlenstatistik interessiert,
gibt es keinen Grund, die Zusatzzahl auszugrenzen, denn sie wird
unter ähnlichen Bedingungen gezogen wie die übrigen Zahlen,
auch wenn sie bei der Gewinnermittlung anders behandelt wird.
Unter dieser Vorraussetzung erhalten wir 7x7=
49 gezogene Lottozahlen getrennt für MI
bzw SA, d.h. jeweils genauso viele Ziehungszahlen
wie es Lottozahlen gibt. Wir wollen das
einen Zyklus nennen. Es leuchtet sofort
ein, dass es mögliche wäre, in so einem Zyklus alle
Lottozahlen jeweils einmal zu ziehen.
Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit hierfür extrem winzig.
Die andere Extremsituation wäre, dass irgendeine
Zahl 49mal gezogen würde. Dieses
ist aber nicht möglich, weil die Zahlen bei einer Ziehung nicht
doppelt vorkommen können. Eine bestimmte Zahl könnte in
einem Zyklus höchstens 7mal vorkommen.
Die vorgenannte Tatsache erfordert leider ein komplizierteres statistisches
Modell (Ziehung aus einer Urne ohne Zurücklegen
der Kugel). Wie schon an anderer Stelle vereinfachen wir auch hier
das Statistikmodell durch die Annahme
einer Ziehung der Zahlenkugeln mit Zurücklegen,
d.h. bei jedem einzelnen Ziehungsvorgang steht die volle Menge der
49 Lottozahlen zur Verfügung. Mit diesem Modell ist es theoretisch
auch möglich, dass irgendeine bestimmte Zahl 49mal in einem
Zyklus vorkommt. Für Untersuchungen an den "Rändern"
der Wahrscheinlichkeit, wäre dieses vereinfachte Modell ungeeignet.
Uns interessiert aber nur der praktisch
vorkommende Wahrscheinlichkeitsbereich und dieser erlaubt die getroffenene
Idealisierung.
Mit der vorgenommenen Vereinfachung haben wir in einem Zyklus
49 einzelne und gleichwertige Ziehungen,
die voneinander unabhängig sind,
also eine sog. Bernoulli-Kette. Nun können
wir mit relativ einfachen Mitteln daran gehen, das Erscheinen der
Zahlen in einem Zyklus zu untersuchen.
Die Wahrscheinlichkeit für die Ziehung (Ereignis E)
einer bestimmten Lottozahl ist p=1/49.
Die Gegen- oder Komplementärwahrscheinlichkeit (Ereignis E'),
dass eine bestimmte Zahl nicht gezogen
wird ist p'=1-p=1-(1/49)=48/49. Nun stellen
wird die Frage: Wie groß ist bei einer Zykluskette
mit der Länge n (=49) die Wahrscheinlichkeit
P, dass bei den ersten
x Ereignissen das Ereignis E x-mal
nacheinander eintritt, wobei x die Werte
0 bis n haben kann. Man beachte, das kleine "p" steht
für die Einzelwahrscheinlichkeit, das große "P"
für die Wahrscheinlichkeit der Ereigniskette.

Das Ereignis E tritt zuerst x-mal
ein, folglich muss danach das Gegenereignis E'
(n-x)-mal eintreten, damit der Zyklus voll wird. Wegen der Unabhängigkeit
der wiederholten Ereignisse sind alle ihre Wahrscheinlichkeiten
zu multiplizieren.
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Gleichfalls mit der Unabhängigkeit ist auch zu begründen,
dass nicht nur die ersten x Ereignisse
nacheinander die Wahrscheinlichkeit P
aufweisen, sondern auch alle x Ereignisse,
die in ganz anderer Reihenfolge auftreten. Es sind also alle
möglichen Kombinationen von x
aus n Elementen zu erfassen:
Der letzte Ausdruck ist eine Kurzschreibweise für die
vorliegende Binomialverteilung.
Sie gibt Auskunft über die Wahrscheinlichkeit der Trefferanzahl
x bei n Wiederholungen mit
konstanter Wahrscheinkeit p der
Einzelereignisse. Die uns unteressierenden Werte sind in der
der Abb.1 grafisch dargestellt.
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Zum
besseren Verständnis hier die Formel für die
Berechnung der Kombinationen von k Elementen aus n Elementen
ohne Berücksichtigung der Reihenfolge und ohne Wiederholungen:
Bei Rechnung mit Zahlenwerten kürzen sich viele Faktoren
heraus. Es verbleiben im Zähler und im Nenner k Faktoren
nach dem leicht erkennbaren Schema. |
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Wir können ablesen, dass innerhalb eines Zyklus'
von 49 Einzelziehungen die Wahrscheinlichkeit
dafür, dass eine Zahl überhaupt nicht
gezogen wird P=0,36 ist. Nur einmal
kommen Ziehungszahlen mit der Wahrscheinlichkeit P=0,37
vor und der gesamte akkumulierte Rest
(durch Schraffur angedeutet), also zwei oder
mehrfaches Vorkommen hat eine Wahrscheinlichkeit von
P=0,26. Diese Wahrscheinlichkeiten umgerechnet auf Häufigkeiten
ergibt in einem Zyklus (gerundet) 18
Zahlen die nicht vorkommen, ebenfalls
18 Zahlen die einmal
vorkommen und der Rest sind 13
Zahlen, die mehr als einmal vorkommen.
Eine genaue Dreiteilung gibt es
also nicht. Immerhin stellt sich heraus, dass einfaches
Vorkommen und Null Vorkommen einer Zahl
in einem Zyklus fast gleich groß sind.
Aufschlussreich ist auch eine genauere Betrachtung des Null-Vorkommens
bei der Binomialverteilung B(n,p). Mit
der Vorgabe, dass in einem Zyklus Einzelwahrscheinlichkeit
und Zyklus über p=1/n zusammenhängen
vereinfacht sich die Formel zu:

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Der letzte Ausdruck hat eine besondere Eigenschaft:

e = 2,718... (Eulersche Zahl)
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Interessanterweise taucht hier die Eulersche
Zahl auf, der man häufig in der Mathematik und Naturwissenschaft
begegnet, insbesondere bei der Beschreibung von Wachstumsprozessen.
Der Grenzwert konvergiert sehr rasant , wie das Diagramm in Abb.1
schon erahnen läßt und im Diagramm der Abb.2
deutlich gezeigt wird.
Die Wahrscheinlichkeit des Nichterscheinens einer Nummer innerhalb
eines Zyklus' ist bei größerem n
praktisch konstant und weitgehend unabhängig von der Zykluslänge
und beträgt P(0)=0,36=36%. Die Gegenwahrscheinlichkeit
hierfür beträgt P'=0,64, d.h. 64%
der Zahlen kommen mindestens einmal oder
öfters vor.
Mit dieser Kenntnis lässt sich beispielsweise für andere
Lotterien wie die italienische Lotterie
mit 5 Ziehungen aus 90 Zahlen sofort angeben, dass in einem Zyklus
von 90 Einzelziehungen (=18 Lottoziehungen) etwa 33 Zahlen im Schnitt
nicht vorkommen werden.
Nun stellt sich natürlich die Frage, kann man
die hier vorgestellten statistischen Gegebenheiten irgendwie bei
der Wahl des nächsten Lottotipps gewinnträchtig
nutzen? Schließlich sind eine ganze Reihe von logischen Aussagen
möglich, wobei wir aber immer in einem Zyklus
bleiben.
Es leuchtet beispielsweise unmittelbar ein, das eine Lottozahl
aus der Menge der bisher nicht gezogenen
Zahlen beim nächsten Mal nur dort bleiben kann oder
in die Menge der einmal gezogenen Zahlen wechseln kann. Aus der
Menge der zwei- oder mehrfach gezogenen Zahlen ist nach einer neuen
Ziehung niemals ein sofortiger Wechsel in die Menge der nichtgezogenen
Zahlen möglich usw.
Andererseits kann man es als unwahrscheinlich
einstufen, dass alle Lottozahlen der nächsten
Ziehung komplett in eine der drei Mengen ( Null - einfach - mehrfach
Vorkommen) fallen werden. Warum ist das so?
Wir wollen hier nicht in den Irrtum der "Filter-Experten"
verfallen. Die Anzahl der möglichen Kombinationen hierfür
(6 aus 18, im Fall von Null oder einfachem Vorkommen) beträgt
"nur" 18.564. Gegenüber
der Anzahl der Gesamtkombination von 13.983.816
sind das nur 0,13%, also praktisch zu
vernachlässigen. Ein Herausfiltern bringt somit fast garnichts.
Es bleibt also dabei: Die nächsten
Lottozahlen kümmern sich überhaupt nicht darum, ob sie
die statistischen Erwartungen im konkreten Einzelfall
erfüllen oder nicht. Es ist einfach so, dass die Anzahl der
möglichen Kombinationen, welche die
zu erwartenden statistischen Mittelwerte
erfüllen am größten ist
und sich deshalb langfristig auch die entsprechenden Mittelwerte
einstellen werden.
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