Lottozahlen-Auswahl im Vergleich zweier Zeitperioden
Die folgende Untersuchung basiert auf den Daten, die im Beitrag
Langfristiges Verhalten der Lottozahlen
schon vorgestellt wurden. Ein wesentliches Ergebnis war die Erkenntnis,
dass die Lottozahlen mit der höchsten
und mit der geringsten Häufigkeit
nicht ständig wechseln, sondern diese Eigenschaften sehr konstant
beibehalten.
Wir wollen jetzt untersuchen, ob sich diese Eigenschaften für
ein vorteilhaftes Spiel nutzen lässt.
Zu diesem Zweck teilen wir die 40 Jahre
umfassenden Lottodaten in zwei gleiche Zeiträume.
Die ersten 20 Jahre betrachten wir als Beobachtungszeitraum,
die letzten 20 Jahre als Spielzeitraum in dem ein fiktives
Spiel vorgenommen wird.
Wir tun also so, als ob wir uns zeitlich am Ende des Jahres "1980"
befinden. Auf Basis der Lottozahlen-Auswertung der bekannten vergangenen
20 Jahre (1961-1980) ermitteln wir für die nächsten
"unbekannten" und "zukünftigen" 20 Jahre
(1981-2000) die fiktiv zu spielenden Lottozahlen. Tatsächlich
sind uns die Ziehungsergebnisse natürlich bekannt und wir können
kontrollieren ob die gewählten Strategie überhaupt sinnvoll
ist.
Es ist eine rein empirische (d.h. auf
vorhandenen Daten) beruhende Untersuchung nach
Eintritt der Ereignisse. Solche Vorgehensweise hat schon etwas fragwürdiges.
Andererseits haben wir zwei sehr lange Zeiträume in denen jeweils
über 7300 Lottozahlen gezogen wurden und kurzfristige Erscheinungen
deshalb keine Rolle spielen.

Die Merkmale der vier Lottozahlen "13",
"18", "32" und "45"
können Sie hier nachlesen.
Die "18" und die "45"
zeigen keine Gleichartigkeit in den beiden Zeiträumen. Die
"13" als Restant
(Nachzügler) und die "32"
als Favorit bleiben ihrer Rolle dagegen
treu. Es liegt die Vermutung nahe, dass für die nächstgelegenen
Favoriten bzw. Restanten ähnliches gilt, wenn auch vielleicht
nicht so ausgeprägt. Das nächste Diagramm (Abb.2)
gibt hierüber Aufschluss.
Die dunkelgrüne Kurve in Abb.2
zeigt die absolute Häufigkeit der Lottozahlen
am Ende des 20-jährigen Beobachtungszeitraumes. Zusätzlich
sind die 6 Favoriten rot markiert: 2,
16, 21, 32, 38, 49.
Die 6 Restanten sind hellblau
eingekreist: 4, 13, 14, 24, 34,
44. Hoppla, alle 5 möglichen Zahlen
mit Endziffer 4 sind vertreten - es darf spekuliert werden.
Die absoluten Häufigkeiten der Lottozahlen am Ende des Spielzeitraumes
sind hellgrün dargestellt. Die Differenzen
(absolut) zwischen den beiden Endhäufigkeiten sind durch graue
Balken darunter gekennzeichnet.
Wenn unsere Vermutung stimmt, dass Favoriten-Eigenschaften bzw.
Restanten-Eigenschaften sich über beide Zeiträume erstrecken,
dann müsste bei den entsprechenden Lottozahlen die Differenz
sehr gering sein. Das ist nur teilweise der Fall. Für die Restanten
trifft das besser zu als für die Favoriten.
Hier haben wir bei der "16"
und bei der "21" sogar eine
große Differenz.
Diese Tatsache ist zeitlich gesehen nach Abschluss der ersten
Zeitperiode natürlich noch nicht bekannt. Wir werden deshalb
die genannten Favoriten-Zahlen und Restanten-Zahlen unverändert
testen und annehmen, dass wir in den dann folgenden
20 Jahren des Spielzeitraumes bei jeder
Ausspielung diese zwei Tippreihen tippen.
Schließlich wollen wir wissen, ob wir dadurch einen Vorteil
erzielen bzw. einen Nachteil vermeiden können. In dem nächsten
Diagramm (Abb. 3) sehen wir das Ergebnis
dieser Bemühung.
| |
1961 - 1980 |
1981 - 2000 |
|
| Treffer |
Rest. |
Fav. |
Rest. |
Fav. |
Theorie |
| 4 |
0 |
3 |
0 |
1 |
1 |
| 3+ZZ |
1 |
1 |
0 |
1 |
1 |
| 3 |
14 |
26 |
10 |
24 |
18 |
| 2 |
115 |
170 |
119 |
142 |
138 |
| 1 |
402 |
441 |
451 |
453 |
431 |
| 0 |
512 |
403 |
464 |
423 |
455 |
|
|
 |
In der Abb. 3 repräsentieren die grauen
Felder die Ergebnisse infolge von 0, 1 und 2
Treffern, sie bringen kein Geld und sind nur der Vollständigkeit
halber aufgeführt. Die dunkelgrünen
Flächen zeigen wieder die Ergebnisse des Beobachtungszeitraumes
(quasi die Vergangenheit) für die Tippreihe der Restanten und
der Favoriten. Die hellgrünen Felder
stehen für die "Zukunft"
des Spielzeitraumes. Im Balkendiagramm daneben ist die Tabelle nochmals
grafisch aufbereitet, wobei 100% der theoretischen Erwartung entsprechen.
Wie man sieht, ist leider nur der 4er die höchste Trefferzahl.
Besonders interessant ist die "Theorie"-Spalte.
Sie zeigt die theoretischen Erwartungswerte bei gleicher Anzahl
(1044) zufälliger Tipps. Wie schon
erwähnt, entspricht das einem 20-jährigen Spielzeitraum
mit einer Tippreihe pro Woche. Die Werte für 3er
mit Zusatzzahl und für den 4er
sind hier stark gerundet und die höheren Gewinnränge sind
nicht aufgeführt weil sie nicht vorkommen, denn der erste 4er+ZZ
ist erst nach 22197 Tipps und der erste 5er
erst nach 55491 Tipps zu erwarten (siehe
Lottochancen). Diese "genauen" Zahlen der Theorie
dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass es nur
Wahrscheinlichkeitswerte sind.
Der Vergleich der Theorie mit der Praxis zeigt deutliche Abweichungen,
was erst einmal ein gutes Zeichen ist, denn mit purem Zufall können
wir nichts anfangen. Besonders sichtbar sind sie logischerweise
für den Beobachtungszeitraum (dunkelgrün),
statt theoretisch nur einen 4er erhalten
wir bei den Favoriten drei 4er. Diese
a-posteriori Bestätigung der Favoritenrolle nutzt uns nur wenig.
Wichtiger ist, dass wir auch für den simulierten Spielzeitraum
eine vorteilhafte Abweichung der Favoriten registrieren können.
Statt theoretisch 18x 3er erzielen wir
tatsächlich 24x 3er. Jeweils nur
ein 3er+ZZ und ein 4er
entsprechen allerdings der theoretischen Erwartung.
Viel krasser ist die Abweichung der Restanten von der
theoretischen Erwartung. Wir erhalten lediglich 10x
3er und weiter nichts.
Schauen Sie auf die hellgrünen Balken
für die Spielperiode im rechten Balkendiagramm.
Die roten Pfeile markieren den Nachteil
bei den Restanten in den verschiedenen Gewinnklassen. Der gelbe
Pfeil zeigt den "Erfolg" der Favoriten gegenüber
der theoretischen Erwartung und das ist der ganze "Lohn"
der vorliegenden Strategie.
Geldmäßig betrachtet lägen wir per Saldo trotzdem
weit im Verlust, was bei nur 50%-Gewinnauszahlung
niemanden wundern sollte.
Fazit: Bevorzugung
von Favoriten scheint langfristig
einen (wenn auch geringen) systematischen
Vorteil zu bieten. Aber viel wichtiger:
Mit Restanten fährt man
besonders schlecht. Der Glaube,
zurückgebliebene Zahlen
hätten Aufholungsbedarf
ist falsch. Darauf wurde auf
diesen Seiten schon öfters hingewiesen.
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