Keno: 8 Lottotypen vereint

Das heißt aber nicht, dass die Gewinnchancen um das 8fache steigen. Im Gegenteil, man hat sich auch hier entschlossen "brüderlich" zu teilen, d.h. im Schnitt verbleibt eine Hälfte der Einnahmen bei der Lottogesellschaft und die andere Hälfte wird an die Gewinner ausgeschüttet, und zwar bei Keno täglich außer sonntags. Aber der Reihe nach:

Keno ist schon sehr alt und stammt aus China. Eine kompakte Zusammenfassung der Geschichte von Keno findet man in der Open Source Enzyklopädie Wikipedia: Keno.

Grundlage des Spiels ist die Ziehung von 20 Zahlen aus den Zahlen 1 bis 70. International gebräuchlicher ist übrigens eine Variante mit 20 Zahlen aus 80 Zahlen, was für den Spieler aber unerheblich ist. Die Kombinationsmöglichkeiten sind so oder so gigantisch, siehe Statistikbeitrag Gewinnchancen beim Keno.

Nun wird aber auch nicht erwartet, dass alle 20 Zahlen vorherzusagen sind. Maximal brauchen nur 10 der 20 gezogenen Zahlen getroffen zu werden. Damit sind wir auch gleich bei einem sog. Keno-Typ, dem Typ 10. Das besondere Merkmal von Keno ist die Möglichkeit den Typ selbst zu wählen. Außer dem Typ 10 gibt es noch die Typen 2 bis 9. Die Typ-Nr gibt vor, wie viele Zahlen getippt werden.

Wird z.B. Keno-Typ 5 gewählt, so sind auf dem Keno-Tippfeld 5 Zahlen von den 70 Zahlen anzukreuzen. Damit ist der Tipp eigentlich schon erledigt, trotzdem muss der Keno-Typ unterhalb des Tippfeldes durch Ankreuzen der "5" noch einmal bestätigt werden. Der Keno-Typ kann für jeden Keno-Tippkasten individuell festgelgt werden.

Es fehlt nun noch die Angabe der Einsatzhöhe, bei der man nur zwischen 1€, 2€, 5€ und 10€ wählen kann. Diese Einsatzhöhe gilt dann für jeden verwendeten Tippkasten auf dem Wettschein.

Der Gewinnplan ist auf den ersten Blick etwas verwirrend. Beim Keno-Typ 7 mit 7 angekreuzten Zahlen wird z.B. auch gewonnen, wenn nur 4 Zahlen aus den 20 gezogenen Zahlen richtig getroffen wurden. Das nennt man dann die Gewinnklasse 4 des Typs 7. Bei 3 oder noch weniger richtigen Tipps geht man beim Typ 7 aber leer aus. Den Topgewinn beim Typ 7 erhält man logischerweise bei 7 (aus 20) richtig getroffenen Zahlen. Wie viele Treffer man bei den verschiedenen Keno-Typen mindestens erzielen muss, um überhaupt etwas zu gewinnen kann man dem schon erwähnten Statistikbeitrag entnehmen.

Eine weitere erfreuliche Eigenschaft ist die feste Gewinnquote bei Keno. Das kennt man zwar schon von Sportwetten. Dort sind die Quoten aber viel geringer und indirekt an die Umsatzverteilung gekoppelt. Bei Keno sind die Quoten teilweise riesig und nur an die Zeihungschance gebunden. Der Veranstalter hat bei Keno mit festen Quoten ein sog. Planspielrisiko, weil die Ausschüttung nicht wie beim Lotto an die Einnahme gebunden ist.

Wenn sich die Kenospieler wie die Lottospieler verhalten, wovon man sicher ausgehen kann, so könnte beim Auftreten von allgemeinen "Lieblingszahlen"-Kombinationen enorme Gewinnausschüttungen fällig sein. Beim Lotto spielt das keine Rolle, dann müssen sich eben viele Gewinner den vorhandenen Kuchen teilen, der deshalb nicht größer wird.

Es wird zwar nicht an die große Glocke gehängt, aber auch bei Keno zieht man dann die Notbremse. Die Gewinnklasse 10 bei Typ 10 ist auf 5 Mill.€ begrenzt. Gibt es mehr als 5 Gewinner, so müssen sie sich die 5 Mill.€ teilen. Für Gewinnklasse 9 bei Typ 9 gilt eine ähnliche Regelung. Kenospieler, die den Typ 9 und 10 bevorzugen sollten also unauffällige Tipps abgeben, ansonsten spielen Überlegungen zur Quotenhöhe infolge Tippmuster bei festen Quoten natürlich keine Rolle.

Das Prinzip bei Keno ist einfach: Der Spieler entscheidet sich für einen Keno-Typ und damit für das Risiko bzw. für die Gewinnchance. Je höher der Keno-Typ desto mehr Kreuze sind erforderlich, desto geringer die Chance auf einen Volltreffer aber die Gewinnhöhe steigt natürlich.

Das raffinierte bei Keno ist, dass es innerhalb der Keno-Typen, wie schon erwähnt, weitere Gewinnklassen gibt, die in ihrer Gewinnhöhe aber rapide absinken. Bei den Typen 8 bis 10 gewinnt man sogar bei Null Treffern, was wohl als Trostpflaster bei den hohen Keno-Typen gedacht ist. Das sieht aber nur optisch so aus, denn die Wahrscheinlichkeit überhaupt keine Zahl bei den Typen 8, 9 und 10 zu treffen ist (bei gleichen Quoten) geringer als für die niedrigsten Gewinnklassen innerhalb dieser Typen.

Wenn jemand 5 Treffer beim Typ 10 erzielt, so erhält er bei 1€ Einsatz 2€ als Gewinn. Es macht nun keinen Sinn zum Keno-Typ 5 zu schielen. Hier hätten 5 Treffer einen Gewinn von 100€ gebracht, was selbstverständlich gerechtfertigt ist, denn es ist viel einfacher aus 20 gezogenen Zahlen 5 Zahlen mit 10 Kreuzen zu treffen als nur mit 5 Kreuzen.

Es bleibt also dabei: großer Gewinn nur mit großem Risiko. Aber immerhin, man kann sich das Risiko aussuchen.

7/05